Pfarre Rohr
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Letzte Bearbeitung: 9. Dezember 2018 

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Bericht aus Indien (Oktober)

Theresa ist seit nunmehr 7 Monaten in Indien bei den Don Bosco Brüdern und kümmert sich in ihrem freiwilligen Sozialjahr um viele, viele Kinder in Indien. Aber liest selbst….

Namaskara ihr Lieben!

Ruhig ist es gerade hier in Deodurga ... Kein Kindergeschrei, kein voller Speisesaal mit 80 Kindern, die alle als erstes Reis haben wollen, keine Studytime, in der ich manchen Kindern zum 100sten Mal erkläre warum sie lernen sollen, keine Gameseinheit zu der jeder freie Platz zum Spielen verwendet wird, keine kleinen Kids, die weinend gelaufen kommen, weil sie wieder mal geärgert werden, kein Gedränge, wenn es um 5 Uhr Tea and Biskuits heißt, keine Hast beim Mittagessen, weil bereits ein Kind an der Tür klopft und unbedingt die Miss braucht. Es gibt jetzt sehr selten “Miss please ball”, “Miss please colours”, Miss, how are you?” “Miss,….”. Und es geht mir echt ab.

Es sind jetzt nämlich seit Mittwoch Semesterferien. Bei euch in Österreich hat die Schule eben erst angefangen, hier ist die Hälfte des Jahres bereits wieder um. Am 20. Oktober beginnt die Schule aber schon wieder. Ab 19. ist bereits wieder full House. Obwohl ich die Tage jetzt auch genieße, viel Arbeit die schon lange getan werden sollte, endlich erledigen kann (in Ruhe!! … ohne nebenbei Karten zu spielen, dazwischen in den Unterricht zu gehen oder 5-mal durch Kinder oder Fathers, die an die Tür klopfen und etwas von mir brauchen, unterbrochen zu werden). Außerdem sind auch während den Ferien einige Kids da, Waisenkinder und Kinder, deren Eltern hier leben und arbeiten. Also ganz ausgestorben ist Don Bosco Deodurga auch in den Ferien nicht.

Jetzt sitze ich gerade mit 5 Kids im Computerraum der Schule und gebe ein bisschen Computernachhilfe bzw. lasse sie einfach wiederholen was sie gelernt haben (Es gibt nämlich seit diesem Jahr einen echt super Computerunterricht für die Kids!) und helfe, wenn es Probleme gibt! Wenn die Kinder am Computer sitzen brauche ich nicht viel zu tun. Sie sind so motiviert alles zu lernen … 10 Fingertechnik, Formatieren,… Es ist ja auch wirklich eine schöne Sache, doch speziell für diese Kinder, die nicht, wie österreichische Kinder mit Fernseher und Computer aufgewachsen sind, ist es noch viel spannender.

Bevor die Kids am Dienstag sich auf den Weg in ihre Village gemacht haben, war es bis zum letzten Tag stressig. Am Montagabend haben wir den 71. Geburtstag von Father John gefeiert (dieser Father … unser Opa, lebt bei uns, ist aber bereits in Pension), da hat es abends Programm gegeben. Dann waren bereits letzte Woche am Dienstag alle Abschlussexame vorbei. Was bedeutet hat, dass die Kids nichts mehr lernen mussten. Deshalb haben Johanna, Brother Saji und ich viele Competitions, Games, und Specialprogrammes organisiert. Angefangen bei Cricket – und Squareballmatch über Activity, Morningexercises, Actionrun, bis hin zum Zeichenwettbewerb war echt alles dabei. Es war echt spannend, die Kinder haben es total genossen, auch wenn es teilweise Streitigkeiten gegeben hat … “Why is my group always last miss …. It is so unfair!!” Die Kinder sind nämlich im Internat 4 Gruppen geteilt und bei den verschiedenen Wettkämpfen bekommen sie immer Punkte für ihre Gruppe.

Die letzte Schulwoche war also sehr intensiv. Ich war wirklich rund um die Uhr mit den Kids zusammen. Manchmal geht einem dann echt die Kraft aus … man glaubt, es geht nicht mehr lange. Doch dann gibt es immer Momente, die einem wieder so viel Kraft geben, dass man gar nicht überlegt, ob man das Abendprogramm auch noch durchziehen will … man macht es einfach … aus Liebe zu den Kids.
Einen dieser ganz, ganz besonderen Momente, ein ganz besonderes Zeichen, habe ich letzte Woche beim Schreib-Contest erlebt. Thema war “A person that I love” … “eine Person die ich liebe”. Jedes Kind sollte über eine Person schreiben, die sie sehr gerne hat … und da geben mir am Ende der Einheit zwei Boys 2 Texte ab, in der sie mir sagen, wie gern sie mich haben. Beide bedankten sich bei mir für das was ich für sie mache … der ältere der beiden hat ganz genau beschrieben, was ich alles mache … mit tausend Grammatikfehler … aber so lieb … ich habe mich irrsinnig gefreut.

Wenn die Kinder dann auf einmal weg sind … von einem Tag auf den anderen alle in ihr Dorf fahren, ist das für mich irgendwie nicht so einfach. Sie sind meine kleinen Geschwister geworden … meine Tammas (ist kannada und bedeutet kleiner Bruder) und Tangis (kann. Und bedeutet kleine Schwester). Es ist so gut für sie, dass sie wenigsten ein bisschen Zeit mit ihren Eltern verbringen können, ich freu mich echt für sie … mit welcher Freude sie immer ihr Plastiksackerl (welche die Theresa miss von allen ihren Einkäufen sammelt um sie dann vor den Ferien an die Kids auszuteilen, die keines haben) packen. Für mich ist es halt immer ziemlich ungewohnt, die Umstellung von dem geschäftigen Don bosco Deodurga, mit 80 Kindern die Geschichten, Bälle, Spiele oder einfach quatschen wollen auf ein ruhiges, ja leeres Don bosco Deodurga mit einigen Kindern, die froh sind, wenn es mal nicht immer Programm gibt, sondern sie einfach unter einem Baum cricket spielen können.

Ich werde die nächsten ruhigen Tage noch genießen, hoffentlich viel Arbeit erledigen … und mit Father Jolly einige Dörfer besuchen (es ist total schön die Kinder dort zu treffen … mit welchen Stolz sie einem ihr Haus zeigen, ihre Freunde im Dorf vorstellen, …) und nächste Woche für 4 Tage nach Bangalore düsen um 2 Brothers, die für eine Zeit hier gearbeitet haben, zu besuchen, einkaufen zu gehen … und wiedermal eine Pizza zu essen!!

So, das war’s von mir aus Deodurga … ich freue mich darauf von euch zu hören!!

Theresa


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